Neue Philharmonie Frankfurt zum 16. Mal in Friedberg – eine Hymne auf Europa

Zum 16. Mal gastiert die Neue Philharmonie in Friedberg: Vom 22. bis 24. August (jeweils 20 Uhr), wie gewohnt veranstaltet von der OVAG, der Stadt Friedberg und der Sparkasse Oberhessen. Bei dem Programm „Music United – A Symphonic Celebration of Europe“ steht Europa im Mittelpunkt. Es gibt drei Neuerungen: Orchester, Band und Chor ziehen um aus dem Zirkuszelt auf der Seewiese in die wetterbeständige Stadthalle. Dirigent Jens Troester übernimmt die künstlerische Leitung, die Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum („Lindenstraße“) die Moderation.

Herr Troester, ziemlich viele Neuigkeiten für die Besucher …

Troester Richtig, ist vielleicht aber nach sechzehn Jahren nicht schlecht. Die Besucher dürfen sich aber nach wie vor auf die bewährte mitreißende Mischung aus Klassik, Rock und Pop freuen.

Siemoneit-Barum Für mich ist diese Form der Moderation eine Premiere. Ich war auf Anhieb begeistert von der Zusammenstellung und der Idee des Programms. Allein schon vom Lesen her macht das Laune.

Wie kam es, dass Sie die Moderation für diese Konzerte übernahmen?

Siemoneit-Barum Bekanntlich führe ich durch das nächste Internationale OVAG-Varieté. Da die OVAG Mit-Veranstalter dieser Konzerte ist, waren gewissermaßen die Wege kurz und die Entscheidung lag nahe.

Einem großen Publikum sind Sie in erster Linie als Schauspielerin bekannt. Welchen Bezug haben Sie zur Musik?

Siemoneit-Barum Von Kindesbeinen an, als ich als Artistin im Zirkus meines Vaters auftrat, gehört Musik zu meinem Leben. Ich bin bereits in Musicals aufgetreten wie im vergangenen Jahr in „Marx“ und habe kürzlich mit meinem Partner LePrince meinen ersten Song auf den Markt gebracht: „Day & Night“ – ein Reggae-Pop-Stück. Wer weiß (lacht) … vielleicht gebe ich auch mal bei einem Konzert mit der Neuen Philharmonie eine Einlage.

Nach welchen Kriterien haben Sie das neue Konzert-Programm zusammengestellt?

Troester Im Prinzip sollen das Stücke sein, die die Leute kennen, die sie mitreißen. In diesem Fall natürlich Stücke, die einen Bezug zu Europa haben. Ein anderes Kriterium ist für mich die Qualität wobei – um das klar zu stellen – ich keine Probleme mit Songs habe, die sozusagen massenkompatibel sind. Aber zwischendurch darf es auch schon mal Musik geben, die recht anspruchsvoll ist.

Wichtig ist sicherlich die Abfolge der einzelnen Stücke?

Troester Absolut. Ich habe versucht eine Dramaturgie aufzubauen welche die Besucher mitnimmt, sie mitreißt, dann auch zur Ruhe kommen lässt. Das ist also mitnichten zusammengewürfelt

Siemoneit-Barum Das habe ich mich zunächst gefragt bei Tschaikowskys pompöser Ouvertüre „1812“, die auf ABBAS „Waterloo“ folgt. Dann wurde es mir schnell klar: Napoleon ist die thematische Klammer.

Troester Genau. Einen Bezug gibt es auch zwischen „Zu Asche zu Staub“ aus der ARD-Serie „Babylon“ und dem „Sonderzug nach Pankow“ von Lindenberg. Zweimal Stücke am Vorabend großer Umwälzungen in Deutchland.

Siemoneit-Barum Klasse. Und dann noch Edith Piafs „Je ne regrette rien“ hinterher – darauf muss man erst einmal kommen. Allerdings ist der ESC-Block eine meiner Lieblingsstellen in dem Programm. Ich bin mit diesem Wettbewerb aufgewachsen – ich liebe ihn noch immer!

ESC-Block?

Troester Ja, eine kleine Hommage an den Eurovisions-Gesangswettbewerb, der auch typisch für unseren Kontinent ist. Zugegeben: Ein wenig mit Augenzwinkern … „Ein bisschen Frieden“, „Zwei kleine Italiener“, „Insieme“, „Dschingis Khan“ und Stefan Raabs „Wadde Hadde Dude Da2 – musikalisch übrigens ziemlich unterschätzt.

Ihr Klassik- bzw. Pop-Favoriten des Konzerts?

Troester Ravels „Bolero“, Debussys „Claire de Lune“ und Rossinis Ouvertüre „Il Turco in Italia“ … ein Türke in Italien, ziemlich aktuell im Zusammenhang mit Europa, nicht wahr?

Siemoneit-Barum Wenn es etwas rockiger zugeht, muss ich das Medley der Gypsy Kings nennen, „Viva la Vida“ von Coldplay und – das liegt ja auf der Hand – von Europe „Final Countdown“.

Was dürfen die Besucher von Ihrer Moderation erwarten?

Siemoneit-Barum Kurze, launige Ansagen, natürlich Infos zu dem ein oder anderen Stück oder Interpreten, ab und an Erinnerungen, die mich persönlich mit einzelnen Liedern verbinden.

Ein Konzert dient natürlich in aller erster Linie der Unterhaltung. Ist es aber auch so etwas wie ein Bekenntnis zu Europa?

Troester: Unbedingt. Deshalb beginnen wir mit der Eurovisions-Hymne von Charpentier …

Siemoneit-Barum … und laden die Besucher am Ende ein, die „Ode an die Freude“ mitzusingen.

Eintrittskarten zwischen 30 und 34 Euro bei der OVAG (Hanauer Straße 9 – 13), der Sparkasse Oberhessen (Kaiserstraße 115), telefonisch unter 06031 6848 1113 und im Internet unter www.adticket.de

Dirigent Jens Troester und Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum.
Neue Philharmonie in Friedberg: Vom 22. bis 24. August in der Stadthalle mit Dirigent Jens Troester und Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum.

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