„Jeder Prüfer ist auch Mensch“

Holger Strebert und Klaus Weidmann für 25-jährige Tätigkeit als IHK-Prüfer geehrt.

„Ich mache dieses Ehrenamt, weil ich mein Wissen weitergeben und neues Wissen in den Betrieb mitbringen kann“, sagt Klaus Weidmann auf die Frage, warum er seit 25 Jahren im Ausbildungs- und Prüfungswesen der Industrie- und Handelskammer mitarbeitet, die den Auszubildenden im Wetteraukreis ihre Zwischen- und Abschlussprüfungen abnimmt. Der Vorteil liegt für Klaus Weidmann auf der Hand: Er kann sein berufliches Wissen aus einem Betrieb in die Prüfungen mit einfließen lassen und sich mit anderen Ausbildern aus anderen Betrieben austauschen. Im Umkehrschluss nimmt er seine Erfahrungen aus den Prüfungen mit in den eigenen Betrieb, um die Auszubildenden der OVAG-Gruppe besser vorbereiten zu können. „Es entsteht auch ein Netzwerk“, so Holger Strebert, der wie Klaus Weidmann in diesem Jahr für 25 Jahre Mitarbeit als Prüfer geehrt wurde.

Als Prüfer wird man vorgeschlagen und berufen, entweder vom Arbeitgeber oder von der Gewerkschaft. Zweimal im Jahr nimmt man dann im Prüfungsausschuss – dem außer dem Arbeitgebervertreter auch ein Arbeitnehmervertreter und ein Lehrer angehören – die Zwischen- und Abschlussprüfungen ab. Der Prüfungsausschuss prüft den Auszubildenden je nach Ausbildungsgang in einem schriftlichen, praktischen und gegebenenfalls mündlichen Teil. Dabei haben die Prüfer durchaus hohe Ansprüche. „Ich muss bei der Prüfung entscheiden, ob man die ausgelernten Azubis so auf die Menschheit loslassen kann“, sagt Holger Strebert mit einem Schmunzeln – aber durchaus ernst gemeint. „Wir müssen ja sicher sein, dass derjenige seinen Beruf ausüben kann. Wir haben eine volkswirtschaftliche und soziale Verantwortung gegenüber dem Beruf“, ergänzt Klaus Weidmann. Und gegenüber dem Auszubildenden selbst, der gerade in elektrotechnischen Berufen seiner Sache sicher sein muss, bevor er voll ins Berufsleben einsteigt.

In der kurzen Zeit der Prüfung sei auch Bauchgefühl gefragt, weil vielleicht nicht jeder Geprüfte das abrufen kann, was er eigentlich kann, zum Beispiel aus Prüfungsangst. „Da versuchen wir natürlich schon zu helfen, so gut es geht, und unter die Arme zu greifen. Man ist als Prüfer ja auch immer noch Mensch.“

Alle fünf Jahre wird man erneut zum Prüfer berufen. Von der OVAG gehören derzeit außer Strebert und Weidmann auch Roger Friedrich René Steinbrecher, Michael Junk und Manuel Koch dem IHK-Prüfungsausschuss an. „Das ist auch Ausdruck für die hohe Qualität der Ausbildung bei der OVAG-Gruppe“, ist IHK-Präsident Rainer Schwarz zufrieden, zugleich Vorstandsvorsitzender der OVAG. Er weiß, wie wichtig für die IHK die Mitarbeit der Prüfer aus den Betrieben ist: „Ohne die Praktiker wäre die Ausbildung in der IHK-Landschaft nicht möglich, denn die Praxisnähe ist ein wesentlicher Baustein.“

 

Holger Strebert und Klaus Weidmann für 25-jährige Tätigkeit als IHK-Prüfer geehrt
Holger Strebert und Klaus Weidmann von der OVAG-Gruppe freuen sich über die Gratulation von IHK-Präsident Rainer Schwarz (v.l.).

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