Erzählt doch mal was

Gewinnerinnen des Jugend-Literaturpreises der OVAG lasen aus ihren Geschichten in der Gesamtschule Gedern.

Es ist in der Tat eine Kunstfertigkeit, auf gerade einmal fünf Seiten die in der Tat niederschlagende Geschichte einer kleinen Familie zusammenzufassen, eine Erzählung, die traurig macht, die hoffnungslos und sicherlich nicht einzigartig ist. Kein Wort zu viel, keine Gefühlsduselei und dennoch vom ersten bis zum letzten Wort voller Empathie. Gelungen ist dies der 23-jährigen Grünbergerin Laura Nold, die beim 16. Jugend-Literaturpreis der OVAG im vergangenen Jahr mit ihrer Geschichte „Zuhause“ den ersten Platz gewonnen hat. Gemeinsam mit zwei weiteren der insgesamt 23 Preisträger las sie ihre ausgezeichnete Arbeit nun vor Schülern der Gesamtschule Lich vor. Unter den aufmerksamen Zuhörer auch Gederns Bürgermeister Guido Kempel: „Es ist enorm wichtig, dass Jugendliche die Möglichkeit bekommen, beim Schreiben gefördert zu werden. Deshalb ein Dank an die OVAG für die Ausrichtung dieses Wettbewerbs, der mittlerweile eine lange Tradition hat.“

Eine junge Frau besucht kurz vor Weihnachten ihr Elternhaus, vermeintlich im ländlichen Gebiet. Verdeckte Vorwürfe der Mutter, ein Vater, der sich am Essenstisch die Fußnägel schneidet und ansonsten auf sein Handy starrt und Interesse am Studium der Tochter vortäuscht, um nur irgendetwas zu sagen. Die Großmutter, die bemüht ist, einen Gesprächsfaden zur Enkelin zu knüpfen und dabei von der eigenen Mutter abgebürstet wird („So hätte ich mit meiner Mutter nie geredet“, sagt Oma leise) und die hilflose Aufforderung der Mutter: „Erzähl doch mal was.“ Am Ende von „Zuhause“ ruft die Erzählerin einen Freund in der Großstadt an: „Kannst du mich abholen? Ich will nach Hause.“

Mit einem ebenso bemerkenswerten Schreibtalent erfreut Helen Mehr aus Friedberg ihre Leser und Zuhörer. Und das mit gerade einmal zwölf Jahren! Auch die Geschichte der Schülerin der St. Lioba Schule (Bad Nauheim) hat sich dem Phantasie-Genre verschrieben. In ihrer Geschichte „Grüne Magie“ offenbar Theresa ihrer besten Freundin Ellena, dass sie, soweit sie zurückdenken kann, in der Lage ist zu zaubern. Dazu sind jene befähigt, die grüne Augen haben. „Es muss aber eine ganz bestimmte Art von Grün sein“, schränkt sie ein.

Um einen „Herr in Grau“ geht es in der Geschichte der 22-jährigen Julia Guissouma (Gedern), die bereits zum dritten Mal unter den Preisträgern war und ehemalige Schülerin der Gesamtschule Gedern ist. Dabei handelt es sich allerdings nicht – wie der Titel nahelegen könnte – um eine mysteriöse Gestalt, sondern um einen Dirigenten, der Valerie, einer Balletttänzerin aus Prag, einen entscheidenden Wink für ihre weitere künstlerische Laufbahn geben wird.

Das Buch „Gesammelte Werke“ mit den 23 Texten der Preisträger 2019 kostet 12 Euro und ist erhältlich unter der Telefonnummer 06031 6848-1193 sowie im ServiceZentrum der OVAG-Gruppe (Hanauer Straße 9-13 in Friedberg). Die neue Ausschreibung zum Preis läuft bereits, Einsendeschluss ist der 15. Juli 2020. Mehr zum Preis unter www.ovag-gruppe.de

Jugend-Literaturpreises der OVAG
Die Gewinnerinnen des Jugend-Literaturpreises der OVAG in der Gesamtschule Gedern.

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