Was ein Kampfschaf so alles vermag ..

Die Gewinnerinnen des Jugend-Literaturpreises der OVAG lasen in der Weidigschule in Butzbach und in der Gesamtschule Hungen.

Der 15-jährigen Mia Morys aus Ober-Mörlen ist es zu verdanken, dass ein neues Tier die Welt der Fauna bereichert: Das Kampfschaf. Wie dieses Wesen genau beschaffen ist, hat sie in ihrer Mittelaltergeschichte nicht exakt beschrieben; das ist aber auch gut so, weil es die Phantasie ihrer Leser belebt. Das heißt in diesem Fall: Die Phantasie ihrer Zuhörer.

Denn Mia Morys, unter den 24 Gewinnern des 18. Jugend-Literaturpreises der OVAG, stellte ihren ausgezeichneten Text „Der miese Ulrich, ich und das mutige Kampfschaf“ in der Gesamtschule Hungen und in der Weidigschule in Butzbach vor. Eine abwechslungsreiche, spannende Geschichte, die die Erzählerin erlebt. Sie schildert Unterdrückung, Gefangennahme und Aufbegehren gegen Unrecht. Wie es sich für ein Abenteuer gehört, türmen sich unversehens immer wieder Hindernisse vor ihr auf. Am Ende wird alles gut, woran auch das Kampfschaf seinen Anteil hat. „Ich würde endlich auch meinem Vater in die Arme schließen können. Endlich blickten wir einer besseren Zukunft entgegen – dank Schäfchen.“

Nimmt Mia Morys die Leser mit in die Vergangenheit, reist Preisträgerin Svea Schäfer (17 Jahre) aus Butzbach mit ihnen in die Zukunft. Erfreulich ist das nicht, vor allem, weil ihre Dystopie ausweglos, ohne Hoffnungsschimmer endet. In „Draußen“ leben die Menschen in einem düsteren Tunnelsystem. Warum – das überlässt auch diese Autorin geschickt der Vorstellung ihrer Leser. Eine Geschichte voller Hoffnung – und Enttäuschung.

Den jugendlichen Erzähler treibt ein Wunsch um – er möchte einmal in seinem Leben Sterne am Himmel sehen und Schnee in den Händen halten. Etwas, von dem er lediglich aus den Erzählungen der Eltern und Großeltern weiß. Dieser Wunsch ist so brennend, dass er den Tunnel verlässt, wohlwissend, dass es keine Rückkehr mehr in diesen zwar bedrückenden, aber offenbar sicheren Raum gibt. Die Sterne erblickt er tatsächlich, aber das Ende ist bitter, als er erschöpft in den „Schnee“ fällt: „Die Wolken schließen sich wieder. Die Asche deckt ihn zu.“

Eine Fantasy-Geschichte, die in der Gegenwart spielt, hat sich Celina Scheibel aus Langgöns ausgedacht: „Das Geheimnis des Tagebuchs“. Die gerade mal dreizehnjährige war dritte Preisträgerin auf dem Podium. Ein Tagebuch, das mit der Tagebuchschreiberin interagiert. „Nein, ich werde wirklich verrückt! Ich brauche dringend Schlaf“, zweifelt Emilia zunächst an ihrem Verstand. Bis sie im Laufe der Geschichte dann tatsächlich hinter ein Geheimnis kommt, das weit in die Vergangenheit reicht …

Das Buch Gesammelte Werke mit den Texten aller 24 Preisträger kostet 12 Euro und kann bestellt werden unter james@ovag.de (06031 6848-1274). Einsendeschluss für den 19. Jugend-Literaturpreis der OVAG ist der 15. Juli. Näheres unter matle@ovag.de (06031 6848-1222).

Gewinnerinnen des OVAG-Jugend-Literaturpreis
Lesungen in der Gesamtschule Hungen und in der Weidigschule in Butzbach, v.l.: Svea Schäfer, Celina Scheibel und Mia Morys

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