Texte vom Zweifeln und vom Kämpfen.

Gewinner des 18. Jugend-Literaturpreises lesen in der Augustinerschule Friedberg.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jugend-Literaturpreises haben nach dem Wettbewerb nicht nur das Privileg, die eigene Geschichte gedruckt in einem Buch zu finden – nein, sie gehen damit auch auf Lesetournee. Wie sich das für Autoren eben gehört. Vorwiegend sind die jungen Autoren an Schulen in den Landkreisen Wetterau, Vogelsberg und Gießen zu Gast – wo sie ihre Geschichten vorstellen und zugleich anderen jungen Menschen Lust aufs Schreiben machen wollen. Rund 30 Lesungen fanden im Zuge des 18. Jugend-Literaturpreises statt, die letzte für dieses Jahr jetzt in der Augustinerschule in Friedberg. Die Texte der Preisträger erzählen vom Zweifeln, vom Kämpfen. Es sind aber auch Geschichten voller Phantasie und Magie, in denen beispielsweise das Reisen durch die Zeit selbstverständlich sein kann.

Norina Tondar verarbeitet in ihrem Text eigene Erlebnisse. Mit viel Fingerspitzengefühl beschreibt sie Eindrücke aus einer Therapie-Einrichtung. Das macht bei den Zuhörenden mächtig Eindruck. Tondar ermutigt die zuhörenden Schülerinnen und Schüler, selbst zu schreiben: „Ich habe meine Geschichte einfach aufgeschrieben. Ich lese selbst eigentlich gar nicht, das ist also beispielsweise keine Voraussetzung, wenn man etwas zu sagen hat.“

Helen Mehr, die bereits 2019 und 2020 zu den Preisträgern zählte, ist auf der Bühne schon ganz Profi. Routiniert beantwortet sie die zahlreichen Fragen des Publikums zum Wettbewerb wie zu sich selbst. Sie könne sich gut vorstellen, später einmal als Autorin zu arbeiten, sagt sie. Aber das sei nichts, was man verlässlich planen könne, sagt sie und lacht. Ihr Text „Vergangene Begegnung“ erzählt von einer jungen Frau, die eine Zeitreise macht, auf Vampire und Engel trifft und eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss.

Ali Shaker, der mittlerweile in Gießen studiert, ist kurzfristig für eine erkrankte „Kollegin“ eingesprungen. Dass er die Bühne mit ein paar Minuten Verspätung betritt, moderiert er lässig weg: „Bahn halt.“ Das Publikum lacht. In seinem ebenso lässigen Text „Wir sind nicht in Hollywood“ geht es um einen Jugendlichen aus Berlin, der es auf die ganz große Fußballbühne hätte schaffen können, sich den Weg aber selbst verbaut. Die Geschichte suggeriert, dass ihre Hauptfigur kein glückliches Ende ist – dabei endet die Geschichte eigentlich genau so: gut.

Am Ende stehen die drei jungen Autoren den Zuhörern noch einmal Rede und Antwort, ehe die letzte Lesung des Jugend-Literaturpreises 2021 mit viel Applaus endet.

Das Buch Gesammelte Werke mit den Texten aller 24 Preisträger kostet 12 Euro und kann bestellt werden unter james@ovag.de (06031 6848-1274). Einsendeschluss für den 19. Jugend-Literaturpreis der OVAG ist der 15. Juli. Näheres unter matle@ovag.de (06031 6848-1222).

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