Bundespräsident Gauck liest zu Toleranz

Fröhlich, Herrmann, Zaimoglu, Petri: Vorverkauf für die Herbstsaison von „Friedberg lässt lesen“ beginnt.

Eine Reise durch unterschiedlichste Welten und Zeitströme unternimmt die Reihe „Friedberg lässt lesen“ – seit achtzehn Jahren veranstaltet von der Buchhandlung Bindernagel, der OVAG, dem Bibliothekszentrum Klosterbau und der Sparkasse Oberhessen – in ihrer Herbstsaison 2022. München, Galizien, gleich zwei Weltkriege und die Nachkriegszeit, hinab in den Untergrund schmutzigen Geldes, hinauf in das Reich der Liebe, Bayreuth, Dachau, Kiel und Moskau.

Das erst einmal verdauen, durchatmen und sich freuen auf die Saisoneröffnung am 20. September – ein Monat, in dem ein bedeutendes Jubiläum ansteht: „München 72“, so auch der Titel des Buches von Markus Brauckmann. Er erzählt die Geschichte eines deutschen Sommers, eines grandiosen Sportfestes, das in einer Tragödie endete, erzählt von Deutschland West und Ost, vom alltäglichen Rassismus, Aufklärung und Frieden, Krieg und Terror.

Anhand von Familienbriefen, Fotos und Archivfunden zeichnet die Journalistin Shelly Kupferberg in „Isidor“ am 28. September das unglaubliche Leben ihres Urgroßonkels nach, einer schillernden Figur im alten Galizien. Über eine außergewöhnliche Frau hat geschrieben Margret Greiner in „Mutig und stark alles erwarten“ am 6. Oktober. Dabei dreht es sich um Elisabeth Erdmann-Macke, die immer noch im Schatten ihres ersten Mannes, August Macke, steht.

Geldwäsche – und der Staat schaut weg. Das ist das bittere Fazit des in Bad Nauheim wohnenden Journalisten Markus Zydra („Süddeutsche Zeitung“) der sich in investigativen Recherchen auf die Spur des „Dreckigen Geldes“ gemacht hat. Mehr darüber am 20. Oktober.

Endlich wieder einmal in Friedberg Susanne Fröhlich. Am 22. Oktober gastiert sie gemeinsam mit Constanze Kleis mit „Liebe machen“ – witzig, unverfroren, herzlich, so wie man dieses Duo eben kennt. „Lokalmatador“ Mathias Herrmann nimmt sich, gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Nicole Averkamp, am 31. Oktober in „Mein ferner lieber Mensch“ des Briefwechsels zwischen Anton Čechovs und Olga Knippers an, einem Liebesroman, der Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe und außergewöhnlichen Ehe.

„Bewältigung“. Feridun Zaimoglu hat einen virtuosen Künstlerroman geschrieben über jemanden, der sich vornimmt Adolf Hitler zum Protagonisten seines neuen Buches zu machen. Diese Chronik eines Selbstverlustes am 9. November.

„Toleranz: einfach schwer“ – so der Titel des Buches von Bundespräsident Joachim Gauck, der sich am 16. November Fragen stellt wie „Was hält uns zusammen?“, „Was muss die Gesellschaft, was muss der Einzelne tolerieren?“ und „Wo liegen die Grenzen der Toleranz?“

Kein Dezember ohne Weihnachtslesung. In diesem Jahr will die Schauspielerin Nina Petri am 1. Dezember mit ihrem Programm „Morgen Kinder wird´s was geben“ die Vorfreude auf das Fest heben und hat sich gewappnet mit m Texten von Kästner, Ringelnatz, Siegfried Lenz und anderen Schriftstellern.

Zum Abschluss der Herbstsaison liest am 13. Dezember Katerina Poladjan aus ihrem Buch „Zukunftsmusik“, ein Buch das zum Ausdruck bringt die späte Sowjetunion zwischen Trauer und Hoffnung.

Der Vorverkauf für alle Lesungen beginnt am 18. Juli in der Buchhandlung Bindernagel, über die OVAG (06031 6848 1113), im Bibliothekszentrum Klosterbau, bei der Sparkasse Oberhessen, im Ticket-Shop Friedberg und im Internet unter www.adticket.de

Auf Wunsch schickt die OVAG das komplette Programmheft gratis zu: james@ovag.de bzw. 06031 6848 1274.


Joachim Gauck
Joachim Gauck, Foto: © J. Denzel & S. Kugler

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