Presseinfo

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Windprojekt-Kooperation mit Bürgergenossenschaft erfolgreich gestartet

Meldung vom 20.02.2017

Kirtorfer Windpark der ovag Energie AG und der VOBEG Wind GmbH am Netz

Pünktlich wie im Projektzeitplan vorgesehen konnte der erste gemeinsam errichtete Windpark der Windpark Kommunalwald Kirtorf GmbH & Co. KG in Betrieb genommen werden. Dr. Hans-Peter Frank und Günter Mest sind die Geschäftsführer der Gesellschaft und vertreten ihre zu gleichen Teilen beteiligten Gesellschafter, die ovag Energie AG, bei der Frank den Bereich Energiehandel und Erzeugung verantwortet und die VOBEG Wind GmbH, eine Tochter der Energiegenossenschaft Vogelsberg eG, die Mest als Geschäftsführer leitet. Beide freuen sich nun bei der symbolischen offiziellen Inbetriebnahme vor Ort, dass nach dreijähriger Projektphase die ersten Kilowattstunden aus erneuerbarer Windenergie fließen können.

Vom Spatenstich Mitte April 2016 bis zur Inbetriebnahme konnte die Bauphase zielstrebig in rund acht Monaten umgesetzt werden. Drei Windenergieanlagen des Typs GE 120 mit einer Nabenhöhe von 139 Metern, einem Rotordurchmesser von 120 Metern und je 2,5 MW elektrischer Leistung speisen seit vergangenem Dezember grünen Strom ins örtliche Netz. Aus den Windgutachten für den Standort abgeleitet wird ein jährlicher Stromertrag von zirka 18,5 Millionen kWh erwartet, was rechnerisch dem Jahresbedarf von rund 5.300 Haushalten entspricht. Verbunden damit wäre eine CO2-Einsparung von etwa 11.100 Tonnen pro Jahr. „Wir sind mit dem Projektbudget leicht unter den veranschlagten rund 14 Millionen Euro gelandet“, freut sich Rainer Schwarz, Vorstand der ovag Energie AG und ergänzt: „Mit dem dritten neuen Windpark innerhalb von einem Jahr haben wir einen eigenen Rekord aufgestellt und damit unsere Führungsrolle bei der regionalen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Oberhessen weiter ausgebaut“.

Von der Pieke auf entwickelt hat die HessenEnergie dieses Projekt, das mit einem Städtebaulichen Vertrag mit der Stadt Kirtorf im Sommer 2013 gestartet ist. Die HessenEnergie, mit Sitz in Wiesbaden, ist ein 100-%iges Tochterunternehmen der ovag Energie AG und seit über 20 Jahren etablierter Entwickler von Windprojekten in Hessen. Im Herbst 2013 schlossen sich die ovag Energie AG und die Energiegenossenschaft Vogelsberg eG zusammen, um auf Basis eines Projektierungsvertrages mit HessenEnergie gemeinsam das Projektentwicklungsrisiko zu übernehmen.
Ziel dieser Partnerschaft war und ist es, die Kompetenz des Energieversorgers bei Bau und Betrieb von Windenergieanlagen zusammenzubringen mit der regional verankerten Energiegenossenschaft Vogelsberg, über die eine wirtschaftliche Beteiligungsoption der Bürger vor Ort angeboten werden konnte - nicht zuletzt, um damit die Akzeptanz des Projektes vor Ort zu erhöhen.

„Nachdem die Baustelle zügig vorbereitet worden war und die Fundamente mit Einsatz einiger hundert Betonmischer im Spätsommer 2016 fertiggestellt waren, wäre der Zeitplan auf den letzten Metern fast ins Schlingern gekommen“, erinnert sich Frank an bange Momente zurück. „Das Projekt musste unbedingt bis 31. Dezember ans Netz gehen, um noch die kalkulierte EEG Vergütung zu erhalten. Als wir dann von Hessen Mobil die Nachricht erhielten, dass aufgrund der für mehrere Monate im vergangenen Herbst eingerichteten Baustelle auf der B3 südlich von Marburg der einzig mögliche Weg für die Schwertransporte zum Windpark gesperrt werden sollte, wurden wir schon sehr nervös.“ Schließlich handelt es sich bei den Rotorblättern um bis zu 65 Meter lange, bei den Turmsegmenten um bis zu 4,30 Meter breite Gespanne. Das Transportgewicht des Maschinenhauses bringt es auf 82 Tonnen. Frank: „Dank der kooperativen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Hessen Mobil, dem Transportunternehmen, Hersteller GE und HessenEnergie konnte schließlich doch eine Lösung gefunden werden, sodass alle Großkomponenten fast planmäßig in sechs nächtlichen Sondertransporten die Baustelle passieren konnten“.

Kirtorfs Bürgermeister Ulrich Künz, der das Projekt von Anfang an begleitet und unterstützt hat, hob hervor, dass Kirtorf bereits seit zwei Jahrzehnten Windkraft vor Ort fördert. „Mit Windenergie auf Flächen der Gemeinde leisten wir nicht nur unseren lokalen Beitrag zur Energiewende, sondern stabilisieren auch unseren Gemeindehaushalt über viele Jahre hinaus“. Mit dem Sitz der Gesellschaft in Kirtorf werden zudem die Gewerbesteuern künftig vor Ort vereinnahmt.

„Wir sehen, dass mit jedem neuen Projekt inzwischen die Komplexität insbesondere der naturschutzfachlichen Anforderung steigt. Da braucht es viel Erfahrung, um die aufgeworfenen Fragestellungen fachlich fundiert bearbeiten zu können und am Schluss eine Genehmigung zu erlangen“, berichtet Gerd Morber, Bereichsleiter Wind bei der HessenEnergie und zusammen mit seinen Mitarbeitern maßgeblich verantwortlich für die im Februar 2016 erlangte Genehmigung und die anschließende fachliche Baubegleitung bis zur Abnahme.
Zum Beispiel musste neben dem besonderen Brandschutz für die Standorte im Wald zum Schutz der Fledermäuse ein Detektor in den Gondeln eingebaut werden, mit dem das Flugverhalten der Nachtsegler registriert werden kann. Weiterhin wurde ein Abschaltalgorithmus in der Anlagensteuerung eingebaut, um während der typischen Flugzeiten der Fledermäuse diese vor den schnellen Rotorblättern zu schützen. Auch der Zug der Kraniche wird überwacht und bei entsprechenden Wetterlagen und Zugvogelaufkommen werden die Anlagen gestoppt, um auch diesbezüglich einen naturverträglichen Anlagenbetrieb nach den strengen gesetzlichen Vorgaben gewährleisten zu können.

„Erfreulich ist der hohe Zuspruch der Bevölkerung vor Ort, was immer seltener in Hessen zu beobachten ist. Gerade, wenn individuelle Interessen gegen die gemeinschaftlichen des Klima- und Ressourcenschutzes stehen“, betonen Mest und Frank. „Die positive Resonanz liegt auch daran, dass die Projektgesellschaft großen Wert darauf gelegt hat, möglichst viel Wertschöpfung in der Region zu belassen wie durch die Beauftragung regionaler Dienstleister z.B. bei Tief- und Straßenbau wie auch dem Elektrogewerk.“

„Die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung am Windpark-Projekt über die Energiegenossenschaft haben bisher mehr als 120 Bürger genutzt und dabei zirka zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ein toller Erfolg“, sagt Günter Mest.
Im Frühsommer soll es ein offizielles Einweihungsfest für die Bürger der Gemeinde und alle Projektbeteiligten geben.

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