Presseinfo

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Leitbild: Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Meldung vom 06.04.2017

Geld gespart: Abwasserverband Oberhessen übernimmt jetzt Klärschlamm von Gedern, Hirzenhain, Ortenberg und Glauburg

Einer interkommunalen Kraftanstrengung ist es zu verdanken, dass die Bürger in Gedern, Hirzenhain, Ortenberg und Glauburg vorerst einer Erhöhung ihrer Abwassergebühren entgangen sind. Diese Gemeinden bilden nämlich mit ihren fünf Kläranlagen den Abwasserverband Oberes Niddertal (AVON), und der kooperiert jetzt im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Abwasserverband Oberhessen (AVOH). Kern der Vereinbarung: Der AVOH übernimmt in Zukunft den Rohschlamm, also den nassen Klärschlamm des AVON und behandelt ihn in seiner Kläranlage in Nidda zusammen mit seinen Schlämmen, bevor er ihn als Pressschlamm an den Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises (AWB) abgibt, der ihn wiederum an die Landwirte der Region zum Düngen weitergibt. Dieses Modell ist wesentlich preiswerter, als wenn der AVON den Schlamm im nassen Zustand an den AWB abgegeben hätte, so wie es bisher der Fall war. Denn der AVON verfügt über keine technischen Einrichtungen, um den Klärschlamm zu entwässern und energetisch zu nutzen.

Der AWB hat jedoch zu Jahresbeginn die Entgelte für die Verwertung von Nassschlämmen deutlich angehoben, sodass dies eine Gebührenerhöhung für die Bürger der betroffenen Kommunen zur Folge gehabt hätte. Also suchten die Verantwortlichen des AVON nach Alternativen und fanden Verhandlungspartner beim AVOH, der in seiner Niddaer Kläranlage noch Kapazität hatte, um zusätzlichen Rohschlamm anzunehmen und zu verarbeiten. „Wir hatten das oberste Ziel, die Gebühren für die Bürger mindestens stabil zu halten“, berichtet Carsten Krätschmer, Bürgermeister von Glauburg und stellvertretender Verbandvorsitzender des AVON. Das ist erreicht: „Wir sparen Kosten im mindestens hohen fünfstelligen Bereich.“

Zudem laufe eine Anfrage beim Kompetenzzentrum für Interkommunale Zusammenarbeit, die alle Beteiligten auf eine Förderung der Zusammenarbeit in diesem Aufgabenbereich hoffen lässt. Verbandsvorsteherin Ulrike Pfeiffer-Pantring, gleichzeitig Bürgermeisterin von Ortenberg, lobt den Entstehungsprozess der Vereinbarung: „Wir haben das Problem gesehen und uns zusammengesetzt, als interdisziplinäres Team ohne politischen Auftrag und mit dem Leitbild, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. So sind wir zu einer Lösung gekommen und Arbeit kann nicht mehr Spaß machen, als so, wie wir es hier mit allen erlebt haben.“
Rolf Gnadl als Verbandsvorsitzender des AVOH unterschrieb die „öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die gemeinsame Behandlung von Klärschlamm“ ebenso mit „Freude und Genugtuung“, wie er sagte. Man habe damit einen althergebrachten Weg verlassen und einen neuen, gesellschaftspolitisch besseren Weg beschritten.

Susanne Schaab, Bürgermeisterin von Schotten und stellvertretende Verbandsvorsitzende des AVOH, sieht auch die Vorteile für ihren eigenen Verband, denn der AVON beteiligt sich an den Kosten für die Klärschlammentsorgung, die in die hohe Ersparnis bereits eingerechnet sind.

Für den AVOH ist die Zusammenarbeit auch von Bedeutung, weil damit ein wichtiger Baustein gefunden ist, um den steigenden Kosten durch zunehmende Anforderungen in der Abwasserreinigung entgegenzuwirken. Auch führen sinkende Einwohnerzahlen und Berufspendler zu rückläufigen Trink- und damit Abwassermengen, dennoch müssen Infrastrukturen wie Trink- und Abwassernetze weiterhin aufrechterhalten werden. Die Kosten für die Netze und Kläranlagen müssen damit auf weniger Köpfe umgelegt werden. Deshalb sucht man auch bei der neuen Regelung für die Klärschlammbeseitigung noch weiter nach Einsparpotenzial. „Der AVOH hat dafür zusammen mit dem AVON eine Ingenieurgesellschaft beauftragt, die alle Kläranlagen des AVOH und des AVON in Hinblick auf weitere technische Optimierungen in diesem Prozess bewertet. Geplant ist außerdem ein größeres Blockheizkraftwerk in der Kläranlage Nidda, das demnächst ans Netz geht und das es ermöglicht, den zusätzlichen Schlamm des AVON ebenfalls energetisch zu nutzen. Es gibt daher noch viele Prozesse zu betrachten“, blickt Kai Mathes vom AVOH voraus, der als technischer Geschäftsführer für die Umsetzung der Vereinbarung verantwortlich ist. Momentan rollt schon der Silozug, der den Nassschlamm nach Nidda in die Kläranlage bringt – „bisher gibt es keinerlei Probleme“, freut sich Carsten Krätschmer.

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