Geschichte

Geschichte

Unser Damals aus heutiger Sicht: Elektrisierend, bewegend, erfrischend, einfach herzerwärmend.

Geschichten über die eigene Geschichte fangen gewöhnlich mit „Also, das war so“ an. Und enden beim Zuhörer meist mit „So war das also“. Dazwischen stehen zahlreiche Namen und Fakten, Ereignisse und Absichten, Visionen und Ideen, die alle in ein Gesamtbild münden. Ein Bild von der OVAG-Gruppe, das natürlich auch seine Ecken und Kanten hat. Schließlich sind wir mit und aus der Region heraus gewachsen. Sie hat uns geprägt und wir haben sie geprägt. Seit 100 Jahren. Aber lesen Sie selbst.

Also, das war so:

  • 1903 1912: Wasser für Strom

    • Bereits in den Jahren 1903 und 1904 befasst sich Dr. Karl Weber, Landesforstmeister und Mitglied des Hessischen Landtags, mit Fragen der Elektrifizierung Oberhessens und entwickelt erste konkrete Vorstellungen – zunächst nur für die Schublade. Seine Überlegungen konzentrieren sich darauf, durch eine Vereinigung der Flüsse Hillersbach und Nidder genügend Wasserkraft für eine „Elektrische Zentrale“ bereitzustellen. Doch es fehlt an finanziellen Mitteln.

      Der Landesforstmeister hat jedoch eine Idee: Der Verkauf oberhessischen Wassers an die Großstadt Frankfurt am Main soll die „Elektrische Zentrale“ finanzieren. Für das Frankfurter Projekt stehen die Quellen in Inheiden, auf die sich die Provinz Oberhessen alle Nutzungsrechte sichert, zur Verfügung: Die Quellen sind ergiebig genug, das Wasser hat eine vorzügliche Qualität. Die Stadt Frankfurt am Main wird als Großabnehmer für das Inheidener Wasser gewonnen. 1909 beginnen die Bauarbeiten für das Wasserwerk Inheiden. Im Oktober 1911 gelangt erstmals Wasser aus den Inheidener Brunnen in die Mainmetropole.

  • 1906 1912: (Noch) kein Strombedarf.

    • Skepsis, Ablehnung und Geldmangel stehen am Beginn der Elektrifizierung Oberhessens. Der Bau eines Elektrizitätswerkes in Lißberg wird wegen technischer Schwierigkeiten zurückgestellt. Dafür gibt es bald ein neues Projekt, das Anfang 1911 mit einem Vertrag zwischen der Provinz und dem hessischen Staat eingeleitet wird: Darin verpflichtet sich Hessen, in Wölfersheim ein Kraftwerk zu errichten und elektrischen Strom für die Kreise Friedberg, Büdingen und Teile der Kreise Gießen und Schotten zu liefern. Als Gegenleistung baut die Provinz die elektrische Überlandanlage und unterhält sie. Die Gemeinden verpflichten sich vertraglich, sich an die Fernleitung anzuschließen und Straßen, Wege und Grundstücke für Leitungsmasten und Transformatorenstationen zur Verfügung zu stellen. Ebenso erklären sie sich bereit, die elektrische Straßenbeleuchtung einzuführen.

  • 1912 1914: Die „Bewässerung“ und Elektrifizierung Oberhessens.

    • Am 30. März 1912 erfolgt die feierliche Einweihung des Wasserwerks Inheiden, zweifelsohne ein großer Tag für die ganze Provinz. Und für die heutige Zeit kaum vorstellbar: mit 4,2 Millionen Mark lagen die Kosten weit unter der veranschlagten Summe.

    • Am 1. April 1912 übernimmt Richard von Stadler die Bauleitung zur Errichtung der provinzialen „Elektrischen Überlandanlage“. Doch von Anfang an sind „betrübliche Tatsachen“, so nannte es von Stadler selbst, zu beklagen: Die Einheitlichkeit der Stromversorgung ist in Frage gestellt. Der Stadt Gießen werden ein großer Teil der ehemals zum Landkreis Gießen gehörenden Gemeinden überlassen, sie verzichtet darauf, das Braunkohle-Bergwerk in Wölfersheim vom hessischen Staat zu erwerben. Trotzdem geht von Stadler mit ungebrochener Tatkraft ans Werk. Ende 1913 / Anfang 1914 geht für 112 000 Einwohner in 121 Gemeinden das Licht an. Zuerst in Södel und Dorheim. Der erste Bauabschnitt des Überlandwerks ist abgeschlossen.

  • 1914 1918: Braunkohle verhindert Strombeschränkung.

    • Die „Rheinischen Schuckert Gesellschaft für elektrische Energie AG“ sucht noch einen Partner, der bereit ist, das Risiko der Elektrifizierung der Vogelsbergkreise mit zu übernehmen. Der Krieg verhindert weitere Ausbaupläne. Man bemüht sich um eine planmäßige Fortsetzung der Elektrifizierung, doch die kriegsbedingten Schwierigkeiten häufen sich. Nur zu einem kommt es nicht: zu verordneten Strombeschränkungen durch das Kriegsamt in Frankfurt. Das ist von Stadler zu verdanken. Sein überzeugendes Argument: „Strombeschränkungen haben doch nur den Sinn, Steinkohle zu sparen. Und Wölfersheim wird ja mit Braunkohle betrieben.

    • Im Wasserwerk Inheiden erweiterten die Ingenieure 1918 das Pumphaus und errichteten eine elektrisch betriebene Kreiselpumpe. Sie soll zunächst nur eine Reserve für den Notfall bilden, verdrängt jedoch bald den Dampfbetrieb, mit dem nur einige Wochen im Jahr gefahren wurde, wenn das Überlandwerk – also die elektrische Stromversorgung – Entlastung erfährt.

  • 1919 1923: 500 Milliarden Mark für 1 kWh Strom.

    • Die Arbeiten am Überlandwerk gehen 1919 dort weiter, wo sie während des Krieges unterbrochen werden mussten. Doch es fehlt an Material und vor allem an Kapital. Die Geldentwertung ist nicht mehr aufzuhalten. Auf dem Höhepunkt der Geldentwertung kostet 1 kWh 500 Milliarden Mark. Die Stromableser können die Gebührengelder nur noch in Rucksäcken transportieren – und trotzdem sind ihre Einnahmen, bis sie die Zentrale erreichen, schon wieder wertloses Papier.

    • Um die Jahreswende 1923 ist die Inflation endlich vorbei. Das Wirtschaftsleben ist allerdings so geschwächt, dass der Stromabsatz rapide sinkt.

  • 1923: Das Nidder-Kraftwerk.

    • Die Stromversorgung aus Wölfersheim gibt immer wieder berechtigten Anlass zu klagen: Der Strom ist zu schwach, fällt plötzlich aus oder reicht ganz einfach nicht. Man sucht nach einem Ausweg und stößt dabei wieder auf die Pläne von Dr. Karl Weber für das Wasserkraftwerk Lißberg, das aus der Vereinigung von Nidder und Hillersbach gespeist werden soll. 1921 beschließt der Provinzialtag die Ausführung des Projekts und vereinbart gleichzeitig mit dem Staat Hessen, die vorhandene Wasserkraft ausschließlich zur Erzeugung von Strom einzusetzen.

    • Schon 1923 nimmt das Lißberger Kraftwerk seinen Dienst auf. Im gleichen Jahr erhält die Überlandanlage den Namen „Überlandwerk Oberhessen“.

  • 1935 1938: Vom Überlandwerk zum ZOV.

    • 1937 kommt es zur Auflösung der hessischen Provinzen. Dem Überlandwerk Oberhessen und dem Wasserwerk Inheiden drohen die Enteignung. Das kann der Gießener Kreisdirektor Dr. Lotz verhindern, indem er dem Provinzialausschuss den Entwurf einer Satzung vorlegt, zur Gründung eines Zweckverbandes. Verbandsmitglieder sollen die oberhessischen Kreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach und Schotten werden. Zugleich beschließt man die Gründung des Zweckverbandes „Oberhessische Versorgungsbetriebe“ (ZOV) mit Sitz in Friedberg.

  • 1945 1954: Neues Leben aus den Trümmern.

    • Noch 1946 wird das Kraftwerk Lißberg überholt und instandgesetzt. Der Stromverbrauch steigt und steigt: Evakuierte, Flüchtlinge, ausgelagerte Betriebe, alle brauchen Strom. Deswegen muss der Strom bei rund 50 000 Abnehmern im Bereich des Überlandwerks kontingentiert werden. Die Stromsparmaßnahmen dauern bis Anfang 1952. Danach geht es endgültig aufwärts. Die alten Anlagen werden ausgebaut und modernisiert. Am 1. Januar 1954 werden die bis dahin eigenen Verwaltungen des Überlandwerks Oberhessen und des Wasserwerks Inheiden mit der Verwaltung des ZOV vereinigt. Die technische Administration der beiden Werke und die gemeinsame kaufmännische Verwaltung sind jetzt das Fundament des Unternehmens.

    • Am 1. Juli 1954 tritt die neue Satzung des ZOV in Kraft: Jetzt bestehen die Gremien aus einem engeren Verbandsausschuss in der bisherigen Zusammensetzung und einem erweiterten Verbandsausschuss aus Landräten und Kreisbeigeordneten der Verbandsmitglieder. Damit ist die Voraussetzung für ein modernes und leistungsstarkes Versorgungsunternehmen geschaffen.

  • 1954 1967: Im Zeichen des Wassers.

    • 1955 verschwindet der 45 Meter hohe Schornstein des Wasserwerks Inheiden, bis dahin sein Wahrzeichen. An die Stelle der Dampfreserven treten zwei Dieselnotaggregate, von denen das eine die Pumpe betreibt, das andere Strom erzeugen kann. „Das Wasserwerk ist kaum mehr wieder zu erkennen“, staunt ein Mitglied des Verbandsauschusses während einer Besichtigung. Die Leistung des Wasserwerks erhöht sich von 1954 bis 1959 um 3,9 Millionen pro Jahr, die Tagesleistung steigt auf 38 000 .

    • 42,6 Kilometer – also fast exakt die Länge eines Marathonlaufes – misst die 70 cm dicke Fernleitung nach Frankfurt, wovon die letzten 1,3 km Eigentum der Stadt sind. Unterwegs erhalten Friedberg und Bad Vilbel einen Teil des von ihren Bürgern benötigten Wassers. Viele andere Gemeinden indessen stillen ihren Wasserbedarf zu 100 % aus den Quellen in Inheiden. Die Anschlussleitungen und Ortsnetze schließlich sind Sache der Kommunen.

    • Und am 14. Juli 1959 kann das Wasserwerk Inheiden ein weiteres bedeutendes Kapitel in seiner Geschichte hinzufügen: An diesem Tag schließen der ZOV und die Stadt Frankfurt einen Vertrag über eine tägliche Mehrlieferung von 17 000 Wasser an die Metropole. Frankfurt soll somit täglich 50 000 erhalten, etwa die Hälfte mehr als bis dato. Dies jedoch macht den Ausbau des Wasserwerks sowie Arbeiten an der Fernleitung erforderlich. Ende August 1960 ist es dann soweit: Frankfurt hat seine Vorbereitungen soweit abgeschlossen, um die erhöhte Wassermenge aufnehmen zu können… jetzt heißt es „Wasser marsch!

    • 1965 erfolgt der Beschluss für eine zweite Fernleitung nach Frankfurt, da sich die Lieferung in die Großstadt abermals erhöhen sollte. Die Einweihung dieser Ader kann am 27. September 1967 gefeiert werden. Dabei bestätigen sich die Überlegungen der Planer, welche die Trasse dieser zweiten Leitung in einem weit ausholenden Bogen parallel zur ersten verlegen: Viele oberhessische Städte und Gemeinden können so ihren Bedarf decken.

  • 1968 1985: Vom ZOV zur OVAG.

    • Ende der 1960er Jahre wird in Hessen ein Gesetzentwurf zur Neugestaltung von Zweckverbänden beraten. Der ZOV wird auf der Grundlage einer Satzung geführt, deren Bestimmungen letztlich noch auf das Zweckverbandsgesetz von 1931 zurückgehen. 1969 wird dieses Gesetz von dem hessischen „Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit“ (KGG) abgelöst. Daraufhin beginnt die Diskussion um die Satzungsanpassung des ZOV. Um die Leistungsfähigkeit des ZOV zu erhalten und zu verstärken, entschließt man sich zu einer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. 1972 wird dann die Oberhessische Versorgungsbetriebe Aktiengesellschaft (OVAG) gegründet.

    • Im Bereich der Wasserversorgung sind Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre unter anderem folgende Veränderungen zu vermelden: 1979 erhält das Wasserwerk Inheiden eine Ozonanlage sowie eine neue Steuerwarte und 1983 erfolgt der Einbau von Klein-Ozonanlagen in den vier Brunnenhäusern im Gewinnungsgebiet Merkenfritz / Gedern; in den Jahren 1982 beziehungsweise 1985 werden an insgesamt sieben Brunnen im Gebiet nordwestlicher Vogelsberg Pumpversuche durchgeführt.

  • 1994: Neue Aufgaben.

    • Seit 1994 hat die OVAG neue Aufgaben im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) übernommen. Zu diesem Zweck wurde die Oberhessische Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (OVVG) gegründet. Alleiniger Aktionär der OVAG ist seitdem die OVVG, eine 100%ige Tochter des ZOV. Verbandsmitglieder des ZOV sind der Wetteraukreis, der Vogelsbergkreis und der Landkreis Gießen.

  • 1995 1998: Bauen, bauen, bauen.

    • Die Hauptverwaltung in der Hanauer Straße in Friedberg wird durch ein zusätzliches Verwaltungsgebäude und ein Rechenzentrum ergänzt. Mit dem so entstandenen modernen Büro- und Dienstleistungskomplex trägt das Unternehmen zur stadtgestalterischen Aufwertung bei. Herzstück ist ein multifunktionaler Konferenzraum im ersten Stockwerk mit etwa 60 Sitzplätzen, der durch flexible Wände um eine Galerie erweitert werden kann.

    • Die OVAG baut das 20. Umspannwerk seit Gründung des Unternehmens im Jahre 1912. Bei diesem Umspannwerk übernimmt die OVAG den Strom aus dem Hochspannungsnetz des Vorlieferanten mit einer Spannung von 110 000 Volt und transformiert die Spannung auf 20 000 Volt Mittelspannungsniveau.

    • Auf dem Betriebsgelände „Bei der Warth“ beginnt Anfang August 1997 der Bau für die neue Netzleitstelle Strom und Wasser. Von hier aus werden ab Juni 2000 die Strom- und Wassernetze zentral gesteuert und überwacht.

  • 1999: Das Jahr des Windes.

    • Die neue Großwindkraftanlage TW 1.5 im Windenergiepark Vogelsberg bei Grebenhain-Hartmannshain geht in Betrieb. Seine „Maße“: Das 1500-Kilowatt-Kraftwerk hat eine Nabenhöhe von 67 Metern, seine Rotorblätter sind 31,5 m lang, der Durchmesser des gesamten Rotors beträgt 65 m. Erwartet wird eine Stromernte von 2,5 Mio. kWh jährlich – so viel verbrauchen etwa 700 Haushalte.

    • Die Windenergiepark Vogelsberg GmbH feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Hier in Hartmanshain entstand der erste Windpark im Binnenland – ein Vorreiter mit Modellcharakter, der rund 1,2 Mio. kWh jährlich produziert. So viel, wie ca. 300 Haushalte verbrauchen.

  • 2000: Einzug in die Moderne.

    • Einweihung der neuen, modernen OVAG-Verbundwarte „Bei der Warth“ in Bad Nauheim, die die bisherige Leitstelle auf gleichem Gelände ersetzt. Hier schlägt das Herz der Energieversorgung, von hier aus kann mit modernster Technik die Stromversorgung von 220 000 Privatkunden, 900 Geschäftskunden und fünf weiterverteilenden Stadtwerken – jenen in Bad Vilbel, Bad Nauheim, Lauterbach, Butzbach und Schlitz – gesteuert werden.

    • Weiteres Highlight im Bereich Wasser: Der Brunnen 6 der Spezialpapierfabrik Ober-Schmitten wird durch die OVAG übernommen.

  • 2002: Neue Geschäfte.

    • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verbundleitstelle „Bei der Warth“ bekommen Zuwachs: Ab 1. Juli nehmen die Überwacher des gesamten Wassergewinnungsgebietes der OVAG mit 18 Brunnen und mehreren Hochbrunnen hier ihren Dienst auf, den sie bislang im Wasserwerk Inheiden versahen.

    • Im Juli feiert die OVAG-Gruppe ihr 90-jähriges Jubiläum – mit den Menschen der Region. 6000 Besucher nehmen an dem Fest in und auf dem Außengelände der Stadthalle Friedberg teil.

    • Die OVAG schließt zum ersten Mal mit zwei Kommunen, Reichelsheim und Echzell, einen Vertrag ab, welcher der Gesellschaft die technische Betriebsführung der öffentlichen Wasserversorgung überträgt. Somit trägt die OVAG – zunächst für die nächsten fünf Jahre – die Verantwortung für alle Arbeiten zur Einhaltung der jeweils gültigen Trinkwasserverordnung in Reichelsheim und Echzell.

    • Gemeinsam mit dem Hessischen Bauernverband gründet die OVAG die „Hof Graß GmbH“, welche unter anderem zur Aufgabe hat, die Ländereien des Landgutes Hof Graß im Wasserschutzgebiet bei Hungen zu bewirtschaften. Zugleich sollen Konzepte für eine vielfältige Nutzung, auch im Bereich der Kultur, erarbeitet werden.

    • Mit zwei privaten Unternehmen hebt die OVAG die Abwasserservice Oberhessen AG (ASO) aus der Taufe. Ziel dieser Gesellschaft: Der Bau, die Übernahme und das Betreiben von Kläranlagen sowie die Regelung der Abwasserwirtschaft für interessierte Kommunen und Städte.

    • Die OVAG erwirbt die hessenENERGIE GmbH mit Sitz in Wiesbaden von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessenENERGIE arbeiten an Projekten zur rationellen Energieanwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die hessenENERGIE ist vor allem für Kommunen, öffentliche Einrichtungen sowie kleinere und mittlere Unternehmen tätig.

    • Aufgrund europarechtlicher Vorschriften gliedert die OVAG den gesamten Geschäftsbetrieb „Vertrieb und Marketing“ der Stromversorgung aus, wodurch die ovag Energie AG entsteht. Damit einher geht eine Neugestaltung des öffentlichen Auftrittes des gesamten Konzerns mit einer neuen Bildtextmarke.

  • 2003: Ein gemeinsames Labor.

    • Die OVAG übernimmt das zum Staatsbad gehörende Wasserwerk in Laubach-Lauter vom Land Hessen.

      Man unterstützt verstärkt die Kultur, auch mit eigenen Angeboten: So feiert das „Internationale Neujahrs-Varieté“ mit zwei ausverkauften Veranstaltungen im Kurtheater von Bad Nauheim eine viel umjubelte Premiere. Weitere Höhepunkte des Jahres auf diesem Gebiet: Eine Ausstellung des Künstler-Ehepaares Weber in der Hauptverwaltung in Friedberg, die 1.Jazz-Nacht“ in Hof Graß und im Oktober der „Erlebnistag“ in der Stadthalle in Friedberg.

    • Gemeinsam mit dem Institut für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle (IKI) in Gießen gründet die OVAG die Labor für Wasser- und Umwelthygiene GmbH (LWU). Die neuen Laborräume befinden sich auf dem Gelände des Wasserwerks Inheiden. Die LWU übernimmt unter anderem gesetzlich vorgeschriebene Wasserproben, steht aber ebenso für die technische Beratung bei Installationen zur Verfügung.

  • 2004: Start für den Jugend-Literaturpreis.

    • Im Juni 2004 verkauft die Gemeinde Hirzenhain ihre Wasser- und Abwasserrechte an den ZOV. Es ist das erste Mal, dass der Verband die Verantwortung für das Endkundengeschäft in diesen beiden Sparten übertragen bekommt. Ein Jahr darauf folgt die Übertragung des Abwassergeschäfts in Nidda.

      Seit langem schon unterstützt die OVAG Projekte im Bereich Naturschutz, Kultur und Sport. Nun fügt sie diesem Konzept einen weiteren eigenen wichtigen Baustein hinzu: Erstmals verleiht sie ihren Jugend-Literaturpreis, den sie fortan jährlich ausschreibt.

    • Im Dezember 2004 spielt die OVAG ihre Stärke im Bereich des Contracting ein weiteres Mal aus, in diesem Fall an exponierter Stelle: Ihr neues Blockheizkraftwerk im Kreiskrankenhaus in Friedberg versorgt neben der Klinik das Kreishaus, die Augustinerschule und das neue Gebäude mit Wärme.

    • Für die wichtigsten Brunnen der OVAG in Inheiden ist die Trinkwasserförderung bis zum Jahr 2035 vertraglich gesichert. Nach vielerlei Gesprächen mit den beteiligten Behörden und Naturschutzverbänden genehmigt das Regierungspräsidium Gießen die Förderung von jährlich 16,5 Millionen Wasser aus diesen Quellen. Eine langfristige Genehmigung gewiss, zugleich ein großer Vertrauensbeweis für das Unternehmen. Ein Jahr darauf erfolgt der Wasserrechtsbescheid für das Gewinnungsgebiet Rainrod.

    • Ein wichtiger Entschluss für einen effektiven Öffentlichen Personennahverkehr: Die drei Verkehrsgesellschaften des Wetteraukreises, des Vogelsbergkreises und des Landkreises Gießen verschmelzen zu der Verkehrsgesellschaft Oberhessen mbH (VGO) unter dem Dach des ZOV.

  • 2006: Es läuft ausgezeichnet!

    • Die OVAG eröffnet im neuen Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises in Friedberg eine Beratungsstelle – im Sinne einer weiteren Verbesserung des Kundenservice. Bestnoten erhält der Service der ovag Energie AG übrigens im Jahr 2006 von dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

    • Eine besondere Auszeichnung erfahren die Bemühungen um eine gute, nachhaltige Ausbildung: Die IHK Friedberg-Gießen ernennt die OVAG 2007 zum „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ – eine Ehre, die ihr vier Jahre darauf erneut widerfährt.

    • Das Vertrauen in die „kommunale Familie“ der OVAG-Gruppe ist groß. 2008 und in den beiden darauf folgenden Jahren enden die meisten der Wegenutzungsverträge mit den Städten und Gemeinden im angestammten Versorgungsgebiet. Der überwiegende Teil der Kommunen hat bereits für die nächsten 20 Jahre einen neuen Wegenutzungsvertrag mit der Gruppe abgeschlossen. Zumeist wurden auch separate Lichtlieferungsverträge abgeschlossen.

  • 2009: Große Projekte für unsere Zukunft.

    • 2009 kann als ein Jahr des Fortschritts und der Initiative angesehen werden: So wird z. B. am 17. April 2009 die 10. Zusatzvereinbarung zum Wasserlieferungsvertrag zwischen Hessenwasser GmbH & Co. KG und OVAG mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2038 unterzeichnet. Im Übrigen haben alle Gewinnungsgebiete in den Jahren 2004 bis 2009 ihre Wasserrechte erhalten. Die Laufzeit ist befristet und beträgt jeweils 20 Jahre.

    • Im Oktober 2009 kommt es zum ersten Spatenstich der für die Region so wichtigen 110-kV-Verkabelung zwischen Altenstadt und Büdingen-Orleshausen, dem ein beinahe 30-jähriges Ringen vorangegangen ist. Ein Novum für die technische Führungsetage: Erstmals verlegt das Unternehmen eine 110-kV-Leitung in eigener Regie als Erdkabel. Zudem stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter einem enormen Zeitdruck: Das Projekt muss binnen eines Jahres abgeschlossen sein – was prompt gelingt, inklusive neuer Umspannwerke in Altenstadt und Orleshausen.

    • Im gleichen Zeitraum ist ein weiteres Großprojekt zu stemmen: gemeinsam mit den Stadtwerken Bad Vilbel steht die Verlagerung des dortigen Umspannwerks der OVAG auf dem Plan. Auch hier kommt eine neue, anspruchsvolle Technik bei der OVAG erstmals zur Anwendung: Die gesamte Technik ist, platzsparend, von außen nicht mehr zu sehen, in einem Gebäude untergebracht.

  • 2011 heute: Die Energiewende „vor Ort“.

    • Ein weiterer Meilenstein in der gewiss nicht ereignisarmen Historie der OVAG-Gruppe: Im Frühjahr 2011 stechen die Spaten als symbolischer Akt in die Erde, um den Bau der eigenen Biogasanlage in Wölfersheim anzuzeigen. Gut ein halbes Jahr davor ist der Windpark Hartmannshain um drei neue Windräder erweitert worden.

    • Das Jahr 2011 endet für die OVAG-Gruppe, wie es angefangen hat: mit einem Highlight. Im Dezember nehmen die Stadt Linden und die ovag Energie AG ihren gemeinsamen Solarpark in Betrieb. „Will man die Energiewende mit Herz und Verstand hinbekommen, ist dies ein Leuchtturmprojekt“, so Regierungspräsident Dr. Lars Witteck bei seinem Besuch.

    • Ihr 100jähriges Bestehen feiert die OVAG-Gruppe im Jahr 2012. Dies nicht nur mit einer Reihe von Jubiläums-Aktionen für die Menschen in Oberhessen – sondern auch mit vielen weiteren Investitionen in die Zukunft Oberhessens: Im Juli beteiligt sich die ovag Energie AG an einem Gas- und Dampfturbinenwerk in Bremen. Diese Beteiligung an dem Kraftwerk modernster Bauart erweitert die Wertschöpfungskette des Unternehmens und baut das eigene Erzeugungsportfolio aus, um langfristig einen direkten Zugriff auf Strommengen zu Gestehungskosten zu gewährleisten.

    • Im August beginnen die Arbeiten am nächsten Solarpark: Am Wölfersheimer See liefern bald 20.000 Solarmodule einen jährlichen Stromertrag von rund 4,7 Millionen kWh – das ist soviel, wie 1.330 Haushalte jährlich benötigen. Nicht weit von der Anlage entfernt, in Wölfersheim-Berstadt, weiht die ovag Energie AG im September ihre neue Biogasanlage ein. Die Investitionskosten: 15 Millionen Euro – ein weiterer Beitrag der OVAG-Gruppe für eine unabhängige Stromversorgung vor Ort.

    • Energieeffizient, umweltschonend, kostensparend: Ende 2012 startet die OVAG-LED-Initiative. Ziel des Projekts ist die Umrüstung der konventionellen Straßenbeleuchtung auf modernste LED-Technik. Dabei werden bis 2014 rund 50.000 Leuchten durch LED-Lampen ersetzt. Bereits 48 der am Projekt beteiligten Kommunen profitieren Ende 2014 von durchschnittlich 70 – 75 % weniger CO2-Emissionen. 2015 folgen weitere Umrüstungen.

    • 2013 stand im Zeichen der Windkraft. Im Juli startet der Bau des Windparks in Kefenrod und bereits im März 2014 wird die erste Kilowattstunde ins Stromnetz eingespeist. Vier Windkraftanlagen – von der hessenEnergie als Projektierer und der ovag Energie AG als Investor und Betreiber – versorgen ca. 13.200 Menschen mit Grünstrom.

    • Ein weiterer Neubau erfolgt 2013 am Umspannwerk der OVAG in Friedberg. Die Anlage aus dem Jahr 1971 erreicht trotz regelmäßiger Wartung ihr Lebensende und wird durch ein zeitgemäßes, wartungsarmes und sicheres Schalthaus ersetzt. Im Rahmen des Neubaus veranlasst die ovag Netz AG auch die Erneuerung der 110-kV-Anlage und der 20-kV-Kabel.

    • Über eine Zertifizierung des Energiemanagements durch den TÜV Rheinland durfte sich 2014 der Fachbereich Wasser freuen. Das Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 zielt darauf an, die energieeffiziente Wasserversorgung kontinuierlich zu verbessern. Die Erfüllung aller Anforderungen und Ziele wird jährlich neu überprüft und zertifiziert.

    • Ein Plus für die Trinkwasser-Versorgungssicherheit stellt die Kooperation der OVAG mit dem Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke dar, die im April 2014 entsteht. Geplant ist der Bau einer 12 km langen Leitung zwischen dem Gießener Osten und Lich. Durch die neue Leitung und die vereinbarte Bezugsmenge von rund zwei Millionen Kubikmeter pro Jahr kann die OVAG die Liefermengen nachhaltig stabilisieren.

Seien Sie gespannt, was uns als nächstes einfällt …